Aus aktuellem Anlass hier einige Erläuterungen zum Platzzustand im Winter und zu Baumaßnahmen im Frühjahr.

Wasser im Bunker und Bunkerpflege

Nach starken Niederschlägen sind einige Bunker regelrecht „abgesoffen“ und stehen randvoll mit Wasser. In der Nähe liegende andere Bunker sind dagegen nahezu trocken.
Fast alle Bunker auf unserer Anlage wurden beim Bau des Platzes mit Drainage-Löchern versehen, die – in Bunkermitte – ca. 3-4 m tief in den Lehmboden gebaggert wurden. Diese Löcher wurden mit groben Steinen und Kies verfüllt. Da der auf dem gesamten Platz vorherrschende Lehmboden nur in sehr geringem Maße Wasser versickern lässt, können sich die Löcher als Pufferspeicher bei Starkregen auffüllen und durch langsame Versickerung des Wassers wieder leeren. So viel zur Theorie der Bunkerdrainage. Nun haben sich aber ergiebige Niederschläge häufig auf einen kurzen Zeitraum konzentriert oder sie sind langanhaltend, sodass die „Pufferlöcher“ überlaufen und sich das Restwasser im Bunker sammelt. Leider ist eine Drainage durch Rohrverlegung nur bei einigen wenigen Bunkern möglich, weil keine tief liegende Sammelmulden erstellt werden können.
Gutes Beispiel: Bahn 8 (Mitte). Das Wasser wird in das Teich-Reservoir geleitet.
Schlechtes Beispiel: Grün 7. Die Bunkersohle liegt tiefer als das mögliche Einlaufrohr in den Graben; das Wasser könnte also nicht abfließen.
Eine weitere Ursache des Wasserzulaufes in Bunker liegt in der umgebenden Landschaftsform. Das Gefälle der Spielbahnen oder auch Vorgrüns und Grüns leitet das Regenwasser in den Bunker. Man sieht dies nach Starkregen an den Auswaschungen an den Bunkerinnenrändern. Bei der Platzkonstruktion hat der Architekt dies so angelegt, damit nicht nur die Bunker selbst ein Hindernis bilden sondern auch die Landschaftsformung im direkten Umfeld den Spielball in den Bunker rollen lassen kann.
Unsere Platzmannschaft ist zu den Zeiten, wenn der Platz handicaprelevant hergerichtet werden muss, sehr emsig damit beschäftigt, „abgesoffene“ Bunker zeitnah leerzupumpen. Das ist ein großer Aufwand und wird im Winter nicht durchgeführt, da die Greenkeeper dann nur mit kleiner Mannschaft arbeiten (Überstundenabbau). Auch das Ausgleichen der Sandprofile (Harken) fällt im Winter oft dem Mangel an Arbeitskräften zum Opfer.
Die zugehörigen Regeln bei „Wasser im Bunker“ – Regel 16.1c – sollte jeder Spieler anwenden, um auch in der „Regenzeit“ Spaß am Wintergolf zu haben.

Keine Golf Carts im Winter, Schonung der Spielflächen

Durch die hohe Empfindlichkeit aller Spielflächen in Zeiten, in denen es kein Wachstum gibt (unter 8 Grad), kommt es durch Divots (ausgeschlagene Rasenstücke), Pitchmarken (Einschlaglöcher) und Reifenspuren zu Vegetationsschäden, die sich erst im späten Frühjahr wieder regenerieren können. An diesen Schadstellen können sich zudem Fremdgräser und Unkräuter ansiedeln, die sich später verbreiten (z. B. Poa annua und Klee) und die mühsam angesäten und gepflegten Gräser verdrängen.
Daher auch im Winter: Pitchmarken ausbessern und Divots zurücklegen!

Nur die Platzbearbeitung rechtfertigt auch im Winter das Befahren der Spielflächen mit Pflegefahrzeugen, um Maßnahmen zur Verhinderung von Dauerschäden durchzuführen (z. B. Schneeschimmel oder Larven). Bei Baumaßnahmen an den Bunkern, die nur im Winter durchgeführt werden können, wird darauf geachtet, dass nur Bereiche im Hardrough mit schwerem Gerät befahren werden. In Bunkernähe an Grüns und Abschlägen werden zeitweilig künstliche Wege mit Fahrplatten aus Hartgummi geschaffen.

Bunkerarbeiten

Auch in diesem Winter werden weitere Bunker mit den bewährten ECO-Soden restauriert. Hierbei kann es immer wieder zur Beeinträchtigung des Spielflusses kommen (Bahnverkürzung, Schutzbereiche, ungewöhnliche Platzverhältnisse).
Bitte nehmen Sie Rücksicht auf die Arbeiter und meiden sie die Bunker-Baustellen.
Bei einigen restaurierten großen Bunkern (z. B. links von Grün 17) soll ein weiterer Einstieg im hinteren Bereich geschaffen werden, damit man einen kurzen Weg durch den Sand zum Ball hat und nicht den ganzen Bunker harken muss.

Umbau Abschlag 3

Der Abschlag der Bahn 3 wird in diesem Winter umgestaltet, damit die unterschiedlichen Höhen ausgeglichen werden und die Pflege erleichtert wird. Die Treppe zum weißen Tee wird erneuert und die Abschlagfläche bekommt einen neuen Belag.

Neue Schutzhütte

Zwischen Tee 7 und Grün 13 wird eine neue Schutzhütte erstellt, da die alte Hütte im letzten Sturm zerstört wurde.

 

Viel Spaß beim Wintergolf wünschen der Platzwart und das Greenkeeping-Team!

12.01.2023